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PV-Glossar

Alle Fachbegriffe rund um Photovoltaik, MPPT-Auslegung, Kabel-Querschnitte und Unterkonstruktion auf einen Blick. Klicken Sie auf einen Begriff für die Detail-Erklärung.

68 Begriffe

Modul-Elektrik(11)

Voc — Leerlaufspannung

Die Spannung des Moduls ohne Last. Wichtigster Wert für die String-Auslegung, weil bei kalten Temperaturen die Voc steigt.

Detail

Voc (Open Circuit Voltage) ist die maximale Spannung, die ein PV-Modul liefert, wenn kein Strom fließt. Bei -10 °C kann sie um 10-12 % über dem STC-Wert liegen. Die maximale Eingangsspannung des MPPT muss dafür ausgelegt sein, sonst wird der Laderegler beschädigt. Faustregel: (Modul-Voc × Anzahl in Serie) × 1.12 ≤ MPPT vocMax.

Siehe auch: Vmpp, Temperaturkoeffizient Voc

Vmpp — MPP-Spannung

Die Spannung im optimalen Arbeitspunkt (Maximum Power Point). Liegt typisch bei 80-85 % der Voc.

Detail

Vmpp ist die Spannung, bei der das Modul seine maximale Leistung abgibt. Der MPPT-Laderegler regelt aktiv darauf. Wichtig: Die Summe der Vmpp aller Module in Serie muss innerhalb des MPPT-Arbeitsfensters liegen, sonst kann der Tracker den Punkt nicht halten.

Siehe auch: Voc, MPP

Isc — Kurzschlussstrom

Der maximale Strom des Moduls bei kurzgeschlossenen Klemmen. Wird für die Sicherungs-Auslegung verwendet.

Detail

Isc (Short Circuit Current) ist der Strom, der fließt wenn die Modulpole direkt verbunden sind. Bei der Kabel- und Sicherungs-Auslegung wird typischerweise mit Isc × 1.25 gerechnet, um Reserve für hohe Einstrahlung (>1000 W/m²) zu haben.

Siehe auch: Imp

Imp — MPP-Strom

Der Strom im optimalen Arbeitspunkt. Liegt typisch bei 92-95 % des Isc.

Detail

Imp ist der Strom, den das Modul im MPP liefert. Imp × Vmpp ergibt die maximale Leistung (Pmpp = Leistung in Wp). Bei der MPPT-Auslegung wird der Tracker-Stromgrenze (ipvMaxA) mit Imp pro String verglichen.

Siehe auch: Isc, MPP

Leistung in Wp / kWp

Watt-Peak ist die Nennleistung des Moduls unter STC. Eine 10 kWp-Anlage hat zB 23 Module à 435 Wp.

Detail

Wp (Watt-Peak) ist die Leistung des Moduls unter Standard-Test-Bedingungen (STC: 1000 W/m², 25 °C Zelltemperatur, AM 1.5). Die tatsächliche Leistung im Betrieb liegt meist 10-20 % unter Wp wegen höherer Modultemperatur, Verschmutzung, Verlusten. kWp = 1000 Wp.

Siehe auch: STC, MPP

STC — Standard-Test-Bedingungen

Genormte Mess-Bedingungen für Modul-Datenblätter: 1000 W/m², 25 °C Zelle, AM 1.5.

Detail

Standard Test Conditions sind die genormten Bedingungen unter denen Voc, Vmpp, Isc, Imp und Pmpp im Modul-Datenblatt angegeben werden. Im echten Betrieb sind die Werte fast immer schlechter (Modul wird wärmer als 25 °C). Für realistische Werte gibt es NOCT.

Siehe auch: NOCT, Voc, Leistung in Wp / kWp

Temperaturkoeffizient Voc (β)

Wie viel %/°C die Voc mit der Temperatur ändert. Typisch -0.27 bis -0.35 %/°C.

Detail

Der Temperaturkoeffizient β gibt an, wie stark die Voc mit jedem Grad Temperaturanstieg sinkt (negativ, da Spannung mit Wärme abnimmt). Umgekehrt: bei -10 °C steigt die Voc um ~10-12 %. Dieser Wert ist die Grundlage der Kälte-Korrektur in der MPPT-Auslegung.

Siehe auch: Voc, STC

Bypass-Diode

Diode im Modul-Anschlusskasten, die verschattete Zellen überbrückt. Verhindert Hotspots.

Detail

Bei Teilverschattung würde der Strom durch die schwächste Zelle limitiert. Bypass-Dioden (typisch 3 pro Modul) leiten den Strom um die verschatteten Teil-Strings und verhindern Modul-Schäden. Verlust: dann liefert das verschattete Modul nur 2/3 oder 1/3 der Leistung.

Siehe auch: Mismatch-Verlust, Verschattung

Glas-Glas vs. Glas-Folie

Glas-Glas-Module sind beidseitig mit Glas geschützt (oft bifazial), Glas-Folie haben Rückfolie.

Detail

Glas-Glas-Module sind langlebiger (oft 30 Jahre Garantie), schwerer (~25-28 kg vs. 20-22 kg) und meist bifazial (nutzen reflektiertes Licht auf Rückseite). Glas-Folie ist günstiger und leichter, hat aber kürzere Lebensdauer (25 Jahre). Wichtig für Statik und UK.

Siehe auch: Modul-Rahmenstärke

Modul-Rahmenstärke

Höhe des Aluminium-Rahmens, typisch 30-40 mm. Beeinflusst die UK-Klemmen-Auswahl.

Detail

Die Rahmenstärke ist relevant für die Auswahl der End- und Mittelklemmen, die genau diese Höhe greifen müssen. Bei Glas-Glas-Modulen oft rahmenlos (0 mm) — dann braucht es spezielle Klemmen oder Klebe-Systeme.

Siehe auch: Glas-Glas

MPPT & Laderegler(4)

MPP — Maximum Power Point

Der Arbeitspunkt auf der Kennlinie eines Moduls, an dem die abgegebene Leistung maximal ist.

Detail

Auf der Strom-Spannungs-Kennlinie (U-I-Diagramm) gibt es genau einen Punkt, an dem Strom × Spannung maximal wird. Dieser MPP verschiebt sich mit Einstrahlung und Temperatur. Der MPPT-Tracker passt die Last so an, dass dieser Punkt immer gehalten wird.

Siehe auch: MPPT-Tracker, Vmpp, Imp

MPPT-Tracker

Der elektronische Regler im Laderegler oder Wechselrichter, der den MPP sucht und hält.

Detail

MPPT (Maximum Power Point Tracker) ist eine elektronische Schaltung, die kontinuierlich den optimalen Arbeitspunkt sucht. Moderne MPPTs haben oft 2-4 unabhängige Tracker, sodass verschattete oder unterschiedlich ausgerichtete String-Gruppen separat optimiert werden.

Siehe auch: MPP, String / Strang

Zum MPPT-Rechner →

MPPT-Spannungsfenster

Der Bereich (vmppMin bis vmppMax), in dem der Tracker den MPP halten kann.

Detail

Außerhalb dieses Fensters kann der MPPT nicht arbeiten. Bei zu niedriger Spannung schaltet er sich aus, bei zu hoher Spannung wird der Laderegler beschädigt. Faustregel: Die Vmpp-Summe der Module muss bei jeder Temperatur (Sommer wie Winter) innerhalb des Fensters bleiben.

Siehe auch: MPP, Voc

MPPT-Startspannung

Spannung, bei der der MPPT in den Morgen-Stunden anfängt zu arbeiten.

Detail

Bei niedriger Einstrahlung am frühen Morgen muss erst eine Mindest-Voc erreicht werden, damit sich der MPPT einschaltet (zB 8 V über Batteriespannung beim Victron SmartSolar). Wichtig im Winter, bei schwachem Licht.

Siehe auch: Voc, MPPT-Spannungsfenster

String-Auslegung(6)

String / Strang

Eine Reihe von in Serie geschalteten Modulen, die zusammen einen MPPT-Eingang speisen.

Detail

Ein String ist die elektrische Grundeinheit: mehrere Module in Reihenschaltung. Die Spannungen addieren sich, der Strom bleibt gleich. Mehrere parallel-geschaltete Strings haben gleiche Spannung aber höheren Strom. Wichtig: alle Module in einem String müssen gleich orientiert und unverschattet sein.

Siehe auch: Serienschaltung, Parallelschaltung, Notation 4S2P

Serienschaltung (Reihe)

Module hintereinander verbunden, Spannungen addieren sich, Strom bleibt gleich.

Detail

Bei N Modulen in Serie: V_string = N × V_modul, I_string = I_modul. Üblich um die Spannung in den MPPT-Bereich zu bringen (zB 8 Module à 40 Vmpp = 320 V für einen 100/30-Laderegler).

Siehe auch: Parallelschaltung, Notation 4S2P

Parallelschaltung

Strings nebeneinander verbunden, Strom addiert sich, Spannung bleibt gleich.

Detail

Bei N parallel-Strings: I_total = N × I_string, V_total = V_string. Wird verwendet, wenn die Stromgrenze des MPPT nicht erreicht wird. Wichtig: alle parallel-Strings müssen elektrisch identisch sein (gleiche Modulanzahl, gleiche Orientierung).

Siehe auch: Serienschaltung, Notation 4S2P

Notation 4S2P

Schreibweise: 4 Module in Serie, 2 Strings parallel = 8 Module insgesamt.

Detail

Industriestandard für die String-Beschreibung. 'S' = serial (Reihe), 'P' = parallel. 4S2P bedeutet: 2 Strings mit je 4 Modulen, parallel verschaltet. Voc = 4 × Voc_modul, Isc = 2 × Isc_modul.

Siehe auch: Serienschaltung, Parallelschaltung

Mismatch-Verlust

Leistungsverlust, wenn Module im String unterschiedliche Werte haben oder ungleich verschattet sind.

Detail

Da der String-Strom durch das schwächste Modul begrenzt wird, führt jede Ungleichheit zu Verlust. Typische Mismatch-Verluste: 1-3 % bei identischen Modulen, bis 30 % bei starker Teilverschattung (auch ein verschattetes Modul reicht). Bypass-Dioden mildern das.

Siehe auch: Bypass-Diode, Verschattung

Verschattung

Schatten auf Modulen — schon kleine Verschattungen einer Zelle reduzieren die String-Leistung stark.

Detail

Eine einzige verschattete Zelle kann den Strom des gesamten Strings auf das Niveau dieser Zelle herabsetzen. Bypass-Dioden begrenzen den Schaden, aber 1/3 oder 2/3 des Moduls fallen aus. Lösung: separate MPPT-Tracker für verschattete Bereiche oder Modul-Optimierer.

Siehe auch: Bypass-Diode, Mismatch-Verlust, MPPT-Tracker

Wechselrichter & Inverter(7)

Wechselrichter (Inverter)

Gerät, das Gleichstrom (DC) der Module in Wechselstrom (AC, 230 V) umwandelt.

Detail

Der Wechselrichter ist das zentrale Gerät einer netzgekoppelten PV-Anlage. Modulvarianten: String-WR (1 oder mehrere Strings), Hybrid-WR (mit Batterie-Anschluss), Insel-WR (off-grid). Wirkungsgrad heute typisch 96-98 %.

Siehe auch: Hybrid-Wechselrichter, Inselbetrieb

Hybrid-Wechselrichter

Wechselrichter mit integriertem Batterie-Anschluss. Kombiniert PV und Speicher in einem Gerät.

Detail

Hybrid-WR (zB Fronius GEN24 Plus, Solis Hybrid, Huawei SUN2000) haben sowohl PV-Eingänge als auch Batterie-Anschluss. Vorteil: ein Gerät statt zwei, einfachere Verkabelung. Notstrom-Funktion oft optional. Alternative: AC-gekoppelte Lösung mit Victron Multi+ und Speicher.

Siehe auch: Wechselrichter, Kapazität in kWh

Inselbetrieb (Off-Grid)

Anlage ohne Netzverbindung, versorgt sich komplett aus PV und Batterie.

Detail

Insel-Anlagen brauchen großzügige Auslegung (>3x täglicher Verbrauch als Batterie-Reserve), zuverlässige Komponenten und meist einen Notstrom-Generator als Backup. Typische Anwendung: Almhütten, Boote, Wohnmobile. Victron Quattro und Multiplus II sind hier Industrie-Standard.

Siehe auch: ESS, Kapazität in kWh

ESS — Energy Storage System

Victron-Begriff für komplette netzparallele Speicher-Anlage mit MultiPlus und Batterie.

Detail

Victron ESS ist eine Software-Konfiguration der MultiPlus/Quattro-Linie, die den Betrieb am Netz mit Batterie-Pufferung erlaubt. Die Anlage maximiert Eigenverbrauch, kann bei Netzausfall in den Notstrom-Modus wechseln und wird über Cerbo GX oder Venus OS gesteuert.

Siehe auch: Kapazität in kWh, Hybrid-Wechselrichter, Inselbetrieb

Victron SmartSolar RS

Hochvolt-MPPT-Familie (450 V Eingang) für große PV-Strings ohne zusätzlichen DC-DC-Wandler.

Detail

Die RS-Serie (450/100 und 450/200) erlaubt direkte Verkabelung großer String-Spannungen bis 450 V Voc. Wichtig: RS 450/100 hat 2 MPPT-Tracker, RS 450/200 hat 4. Klassische SmartSolar (100/30, 150/35, 250/100) sind 1-Tracker-Geräte für kleinere Anlagen.

Siehe auch: MPPT-Tracker, ESS

MultiPlus / Quattro

Victron-Wechselrichter-Familie für ESS und Insel. MultiPlus = 1 AC-Eingang, Quattro = 2.

Detail

MultiPlus und MultiPlus II sind die Standard-Inverter/Charger der Victron-Linie für netzparallele und Insel-Anwendungen. Quattro hat zusätzlich einen zweiten AC-Eingang (zB für Generator) mit unterbrechungsfreier Umschaltung. EasySolar II kombiniert MultiPlus + SmartSolar + Verteiler in einem Gehäuse.

Siehe auch: ESS, Inselbetrieb

Phoenix Inverter

Reine Inverter (kein Charger, kein Netz-Anschluss) für Insel-Betrieb von DC auf AC.

Detail

Phoenix Smart und Phoenix VE.Direct sind reine Wechselrichter ohne Ladefunktion. Wird verwendet, wenn nur DC-Energie (Batterie) in AC umgewandelt werden soll, ohne Netz-Parallelbetrieb. Typisch in Wohnmobilen oder als reiner Notstrom-Inverter.

Siehe auch: Inselbetrieb

Batterie-Speicher(5)

Kapazität in kWh

Maximal speicherbare Energiemenge. Bei Lithium meist als 'nutzbare' Kapazität (80-90 % brutto).

Detail

Die Kapazität wird in kWh angegeben, oft mit Unterscheidung 'brutto' (chemisch verfügbar) und 'nutzbar' (mit DoD-Begrenzung). Bei LiFePO4 sind 90-95 % nutzbar, bei Blei nur 50 %. Faustregel Auslegung: 1-1.5 kWh Speicher pro 1 kWp Anlage.

Siehe auch: DoD, C-Rate

DoD — Depth of Discharge

Wie tief eine Batterie sicher entladen werden darf (in % der Kapazität).

Detail

DoD bestimmt die nutzbare Kapazität. LiFePO4: 90-95 % DoD sicher möglich. Blei-Säure: typisch 50 % DoD um die Lebensdauer nicht zu halbieren. Bei AGM/Gel: 50-60 %. Die Anzahl der Lade-/Entlade-Zyklen hängt stark vom DoD ab.

Siehe auch: Kapazität in kWh, LiFePO4

C-Rate

Maß für Lade-/Entlade-Strom relativ zur Kapazität. 1C = volle Kapazität in 1 Stunde.

Detail

Bei einer 10 kWh-Batterie bedeutet 0.5C = 5 kW Lade/Entlade-Leistung. LiFePO4 verträgt typisch 0.5-1C ohne Lebensdauer-Verlust, Blei nur 0.1-0.2C. Wichtig für die Wechselrichter-Dimensionierung: dessen Lade-Leistung darf die C-Rate nicht überschreiten.

Siehe auch: Kapazität in kWh

LiFePO4 — Lithium-Eisenphosphat

Stand der Technik für Heim-Speicher. Sicher, langlebig (>6000 Zyklen), nicht entflammbar.

Detail

LFP (oder LiFePO4) ist die Chemie der meisten modernen Heim-Speicher (Pylontech, BYD, Victron Smart Lithium, Fronius Solar Battery). Vorteile gegenüber NMC: höhere thermische Stabilität, längere Lebensdauer, kein Cobalt. Nachteile: niedrigere Energiedichte (mehr Platz für gleiche kWh).

Siehe auch: Blei-Säure / AGM / Gel, Kapazität in kWh, DoD

Blei-Säure / AGM / Gel

Alte Speicher-Technologie. Günstig in Anschaffung, kurze Lebensdauer (5-7 Jahre).

Detail

Trotz technischer Unterlegenheit gegenüber Lithium noch in Inselanlagen verbreitet. AGM (Absorbent Glass Mat) und Gel sind wartungsfreie Varianten. Maximale DoD: 50 %, sonst halbiert sich die Zyklen-Lebensdauer. Wirkungsgrad: 80-85 % (LiFePO4: 95 %+).

Siehe auch: LiFePO4, DoD

Kabel & Verkabelung(5)

Kabelquerschnitt

Querschnittsfläche des Leiters in mm². Bestimmt, wie viel Strom das Kabel tragen kann.

Detail

Wird in mm² angegeben (Kupfer- oder Aluminium-Querschnitt). Bei PV-Anlagen typisch 4 mm² oder 6 mm² für PV-Strings, 25-95 mm² für Batterie-Inverter-Verbindungen. Auswahl-Kriterien: Strombelastbarkeit (DIN VDE 0298-4), Spannungsabfall (max. 1-3 %), Sicherungs-Auslegung.

Siehe auch: Spannungsabfall, Strombelastbarkeit

Zum Kabel-Rechner →

Spannungsabfall

Wieviel Spannung im Kabel verloren geht durch den Widerstand. Bei PV-Strings max. 1 %.

Detail

Berechnet als ΔU = 2 × I × L × ρ / A (für DC), bei AC mit cos φ. Bei PV-Strings sind 1 % Branchenstandard (mehr verschwendet Energie), bei 230 V AC sind 3 % zulässig (DIN VDE 0100-520). Der Spannungsabfall steigt mit Strom und Länge, sinkt mit Querschnitt.

Siehe auch: Kabelquerschnitt

Strombelastbarkeit

Maximaler Dauerstrom, den ein Kabel führen darf ohne zu überhitzen.

Detail

Strombelastbarkeit hängt von Material (Cu vs. Al), Querschnitt, Verlegeart (frei vs. im Erdreich vs. in Wänden) und Umgebungstemperatur ab. Tabellen in DIN VDE 0298-4. Bei PV-Strings wird zusätzlich der Iz mit 1.25 multipliziert für Reserve bei hoher Einstrahlung.

Siehe auch: Kabelquerschnitt, Verlegeart

Verlegeart

Wie ein Kabel verlegt ist (frei, im Rohr, im Erdreich) — bestimmt die zulässige Strombelastung.

Detail

Genormte Verlegearten nach DIN VDE 0298-4: A1 (im wärmegedämmten Wand), B2 (in Rohr in Wand), C (auf Wand), E (frei in Luft). Die Strombelastbarkeit kann sich zwischen A1 und E um Faktor 1.5-2 unterscheiden, daher wichtig bei der Auslegung.

Siehe auch: Strombelastbarkeit

Solarkabel (H1Z2Z2-K)

Spezielles UV- und temperatur-festes Kabel für PV-Außenverkabelung. Norm: EN 50618.

Detail

Solarkabel sind doppelt isoliert, UV-beständig, halogenfrei, temperaturfest bis 120 °C und für 1500 V DC zugelassen. Bezeichnung H1Z2Z2-K (alt: PV1-F). Standardquerschnitte: 4 mm² und 6 mm². Niemals normale NYY-J-Kabel für DC-Strecken verwenden.

Siehe auch: Kabelquerschnitt

Dach & Tragwerk(7)

Trauf / Traufe

Untere Kante des Daches (Tropfkante). Wo Regenwasser ablauft, meist mit Dachrinne.

Detail

Die Trauf ist die untere horizontale Dach-Abschlusskante. Beim PV-Wizard ist 'Abstand Trauf' der Pflicht-Abstand (typisch 300 mm) zwischen Modulfeld-Unterkante und Dachkante, damit Schneelast nicht in die Rinne drückt.

Siehe auch: First, Ortgang, Sparren

First

Obere Kante des Daches, wo zwei Dachflächen zusammentreffen. First-Höhe = höchster Dachpunkt.

Detail

Bei einem Satteldach läuft der First in der Mitte längs zwischen den zwei Dachhälften. Beim PV-Wizard ist 'Abstand First' der Pflicht-Abstand (typisch 300 mm) zwischen Modulfeld-Oberkante und First, damit der Firstziegel zugänglich bleibt.

Siehe auch: Trauf / Traufe, Ortgang

Ortgang

Seitliche Dachkante (Giebelseite). Bei Satteldächern die beiden schrägen Seiten.

Detail

Der Ortgang ist die seitliche Abschlusskante des Daches Richtung Giebel. Beim PV-Wizard wird 'Abstand Ortgang' (typisch 300 mm) als Sicherheitsabstand zwischen Modulfeld-Seitenkante und Dachseitenkante verwendet.

Siehe auch: Trauf / Traufe, First

Sparren

Tragende Holzbalken eines Schrägdachs, laufen senkrecht von Trauf zu First.

Detail

Sparren sind die statisch tragenden Holzbalken (meist 8/16 cm oder 10/20 cm). Sparrenabstand typisch 70-90 cm. Wichtig für die UK-Befestigung: Dachhaken und Doppelhaken müssen IN den Sparren geschraubt werden, nicht in die Lattung. Daher die Sparren-Snap-Logik in der UK-Visualisierung.

Siehe auch: Pfette, Dachlattung

Pfette

Horizontaler Tragbalken eines Sparrendachs. Quer zu den Sparren.

Detail

Pfetten (Fußpfette unten, Mittelpfette oder Firstpfette oben) tragen die Sparren bei Pfettendächern. Bei Trapezblech-Dächern und Sandwich-Dächern werden Stockschrauben direkt in die Pfette gesetzt.

Siehe auch: Sparren

Dachlattung

Dünne Latten, auf denen Ziegel oder Eindeckung sitzen. NICHT tragfähig für Dachhaken!

Detail

Die Dachlatte (~30/50 mm) liegt quer auf den Sparren und trägt die Ziegel. Wichtig: PV-Befestiger dürfen niemals nur in der Lattung sitzen — sie müssen immer den Sparren erreichen. Dachhaken haben oft eine angepasste Geometrie, die Ziegel-Welle UND Sparren erreicht.

Siehe auch: Sparren

Eindeckung

Die äußere Dachhaut: Ton-/Beton-Ziegel, Biber, Schiefer, Trapezblech, Stehfalz, Welleternit.

Detail

Die Eindeckung bestimmt die UK-Befestigungs-Logik: Ziegel → Dachhaken (mit oder ohne Wellblech-Aussparung), Biber → Doppelhaken, Trapezblech → Stockschraube + Dichtgummi, Stehfalz → Falzklemme (klemmt ohne Durchbohren), Welleternit → Stockschraube durch Sickengipfel.

Siehe auch: Dachhaken, Stockschraube

Unterkonstruktion(9)

Dachhaken

Stahlhaken, der in den Sparren geschraubt wird und unter der Eindeckung herausschaut.

Detail

Standard-Befestigung für Ziegel- und Schiefer-Dächer. Der Haken wird auf den Sparren geschraubt (mit 2-3 6×80 oder 8×80 Schrauben), die Ziegel werden teilweise ausgekerbt oder spezielle Hakenformen umgehen die Welle. Die Schiene wird oben auf den Haken geklemmt.

Siehe auch: Doppeldachhaken, Stockschraube, Sparren

Doppeldachhaken (Doppelhaken)

Größerer Dachhaken mit zwei Auflagepunkten am Sparren. Für höhere Lasten oder kritische Statik.

Detail

Bei höheren Auszugslasten (Wind-Sog) oder bei 2-lagig-Systemen kommt der Doppelhaken zum Einsatz. Er verteilt die Last auf zwei Schraubpunkte und kann zwei oder mehr Schrauben pro Befestigung halten. Optisch im Plan: Plättchen mit 2 schwarzen Punkten (vs. einzelner Punkt beim normalen Dachhaken).

Siehe auch: Dachhaken, Sparren

Stockschraube (Hanger-Bolt)

Holzschraube mit Metrik-Gewinde — eine Seite ins Sparren, andere Seite Mutter mit Schiene.

Detail

Stockschrauben sind die Standard-Befestigung für Trapezblech, Welleternit und Sandwich-Dächer (M8 oder M10, Längen 150-300 mm). Eine Seite ist Holzgewinde (in den Sparren oder die Pfette), die andere ist metrisches Gewinde mit EPDM-Dichtgummi und Mutter zur Schienen-Aufnahme. Bei Trapezblech sitzt sie immer in der Sicke (hohe Stelle), niemals in der Welle.

Siehe auch: Dachhaken, Eindeckung

C47-Schiene

Standard-Montageschiene 47×40 mm aus Aluminium, in 3,6 m oder 5,9 m Längen erhältlich.

Detail

C47 ist die meistverbreitete PV-Schiene in DACH-Region (Solarplanit, K2, IBC). Querschnitt: 47 mm breit, 40 mm hoch, mit T-Nut für Klemmen. Lagerlängen: 3.600 mm und 5.900 mm. Bei längeren Schienen-Strängen werden mehrere Stücke mit Schienenverbindern aneinander gekuppelt.

Siehe auch: Schienenverbinder, Modulklemme

Schienenverbinder (Stoßverbinder)

Metall-Kupplung, die zwei C47-Schienen längs aneinander stoßend verbindet.

Detail

Wird benötigt, wenn die Schienen-Gesamtlänge über die 5,9 m Lagerlänge geht. Wird in den Innenquerschnitt beider Schienen geschoben und festgeklemmt. Im Plan als gelbes Symbol an der Stoßstelle dargestellt. Wichtig: Stoßstellen sollten möglichst nicht im Bereich von Klemmen liegen.

Siehe auch: C47-Schiene

Modulklemme (Endklemme / Mittelklemme)

Aluminium-Klemme, die das Modul am Rahmen auf die Schiene drückt.

Detail

Endklemmen sitzen am Rand der Modulreihe (eine Seite drückt das Modul, andere Seite endet im Nichts). Mittelklemmen sitzen zwischen zwei Modulen und halten beide gleichzeitig. Klemmen müssen genau auf die Modul-Rahmenstärke (30, 35, 40 mm) passen, sonst kein sicherer Halt. Drehmoment-Vorgabe: typisch 10-15 Nm.

Siehe auch: C47-Schiene

Kreuzverbinder

Verbinder, der zwei Schienen über Kreuz verbindet (zB bei 2-lagiger UK mit horizontaler Tragschiene + vertikalen Modulschienen).

Detail

Bei 2-lagiger UK (DP_2L) gibt es eine untere durchgehende Tragschiene und obere Modulschienen, die im rechten Winkel darüberliegen. An jedem Kreuzungspunkt sitzt ein Kreuzverbinder. Diese Konfiguration ist tragfähiger als 1-lagig, aber teurer und schwerer.

Siehe auch: C47-Schiene

Ballast (Flachdach)

Gewicht (meist Betonplatten), das die Flachdach-Unterkonstruktion gegen Windsog beschwert.

Detail

Bei Flachdach-Anlagen wird die UK nicht durchgebohrt, sondern mit Ballast gegen Windsog beschwert. Berechnet nach ÖNORM B 1991-1-4 / EN 1991-1-4. Typisch 100-300 kg/Modul, je nach Windzone, Gebäudehöhe und Modul-Anstellwinkel. Berechnung berücksichtigt Reibungskoeffizient zwischen Folie und UK.

Siehe auch: Aufständerung

Aufständerung (Flachdach)

UK-System für Flachdächer, das Module mit 10-15° Neigung Richtung Süden oder Ost/West aufstellt.

Detail

Auf Flachdächern werden Module nicht flach gelegt (zu wenig Ertrag), sondern mit 10-15° aufgeständert. Varianten: Süd-Aufständerung (höchster Ertrag pro Modul) oder Ost/West-Aufständerung (mehr Module auf gleicher Fläche, gleichmäßigere Tageskurve). Standardprodukt: K2 D-Dome, IBC TopFix 200.

Siehe auch: Ballast

Statik & Lasten(4)

Schneelast

Vertikale Last durch Schnee auf dem Dach. Hängt von Schneelastzone, Höhe ü.NN und Dachneigung ab.

Detail

Berechnet nach ÖNORM B 1991-1-3 oder DIN EN 1991-1-3. Schneelastzonen 1-4 in Österreich + Sonderwerte für Hochgebirge. Eine typische 0,75 kN/m² Grundlast wird mit Höhenfaktor und Formbeiwert (Dachneigung) modifiziert. PV-Module müssen die volle Schneelast ohne Verformung tragen — daher die Statik-Berechnung im Wizard.

Siehe auch: Windlast, ÖNORM B 1991-1-3

Windlast

Druck oder Sog durch Wind. Bei flachen Dächern dominiert Sog, kann das Modul vom Dach reißen.

Detail

Berechnet nach ÖNORM B 1991-1-4. Wichtige Inputs: Windzone (1-4), Gebäudehöhe, Geländekategorie (Stadt vs. Land), Dachform. An den Dachrändern (Eckbereich, Randbereich) kann der Sog 2-3x höher sein als in der Mitte — dort sind dann zusätzliche Befestiger nötig.

Siehe auch: Schneelast, ÖNORM B 1991-1-4

Auszugslast

Maximale Zugkraft pro Befestiger, mit der er aus dem Sparren herausgezogen wird (Wind-Sog).

Detail

Pro Dachhaken-Befestigungspunkt muss die rechnerische Auszugslast (kN) unter der zulässigen Holzschrauben-Belastung liegen. Faustregel: 8×80 Schraube in Fichte hält ca. 2,5-3 kN Auszug. Bei höheren Lasten: Doppelhaken oder dickere Schrauben.

Siehe auch: Windlast, Sparren

Ausnutzungsgrad

Wie viel Prozent der zulässigen Last das gewählte System tatsächlich nutzt. Unter 100 % = OK.

Detail

Im Statik-Ergebnis: Ausnutzung 24 % bedeutet, dass die Anlage nur ein Viertel ihrer Tragfähigkeit ausschöpft (viele Reserve). 95 % wäre kritisch (knapp am Limit), >100 % bedeutet rechnerisches Versagen — dann mehr Befestiger oder stärkere Komponenten nötig.

Siehe auch: Auszugslast

Ertrag & Wirtschaftlichkeit(4)

Spezifischer Ertrag (kWh/kWp)

Jahresertrag pro installierter kWp. In Mitteleuropa typisch 900-1100 kWh/kWp.

Detail

Der spezifische Ertrag erlaubt Anlagenvergleich unabhängig von der Größe. Faktoren: Standort (Süddeutschland 1000-1100, Norddeutschland 850-950), Ausrichtung (Süd 100 %, Ost/West 85-90 %), Neigung (20-35° optimal), Verschattung, Modul-Qualität, Wechselrichter-Wirkungsgrad.

Siehe auch: Eigenverbrauchsquote

Eigenverbrauchsquote

Wieviel % des PV-Stroms direkt im Haus verbraucht wird (statt eingespeist).

Detail

Ohne Speicher typisch 25-35 %, mit 10 kWh-Speicher 60-80 %, mit Wärmepumpe + Elektroauto + Speicher bis 90 %. Höhere Eigenverbrauchsquote = mehr Wirtschaftlichkeit, da selbst genutzter Strom (~25-30 ct/kWh) wertvoller ist als eingespeister (5-12 ct/kWh in AT 2025).

Siehe auch: Autarkiegrad

Autarkiegrad

Wieviel % des Hausstrom-Bedarfs durch PV gedeckt wird (Rest aus dem Netz).

Detail

Während der Eigenverbrauch aussagt, wieviel PV-Strom genutzt wird, beschreibt der Autarkiegrad den Anteil des Haus-Bedarfs der aus PV kommt. Mit 10 kWp + 10 kWh-Speicher sind 60-75 % Autarkie typisch. 100 % wäre Insel-Betrieb (im Winter realistisch nicht erreichbar ohne riesigen Speicher).

Siehe auch: Eigenverbrauchsquote

Einspeisevergütung (OeMAG / Marktprämie)

Vergütung für ins Netz eingespeisten überschüssigen PV-Strom (in AT über OeMAG).

Detail

In Österreich gibt die OeMAG für 13 Jahre einen geförderten Tarif (2024/25 zwischen 5,5 und 12 ct/kWh je nach Investitionsförderung). Alternative: freie Marktteilnahme über Stromhändler (oft etwas mehr, aber variabel). Wichtig: hoher Eigenverbrauch ist meist wirtschaftlicher als hohe Einspeisung.

Siehe auch: Eigenverbrauchsquote

Normen & Regelwerke(6)

ÖNORM B 1991-1-3 (Schneelasten)

Österreichische Norm zur Berechnung der Schnee-Charakteristik-Werte und -lasten.

Detail

Definiert die Schneelastzonen 1-4 in Österreich, Höhenanpassungen ab 200 m ü.NN. und die Formbeiwerte je nach Dachneigung. Pendant in Deutschland: DIN EN 1991-1-3 mit DIN-Anhang. Eurocode-Basis: EN 1991-1-3.

Siehe auch: Schneelast

ÖNORM B 1991-1-4 (Windlasten)

Österreichische Norm zur Berechnung von Wind-Druck und -Sog auf Gebäuden.

Detail

Definiert Windzonen 1-4 in Österreich (Atlas-Karte), Höhenkategorien, Druckbeiwerte je Bauteilbereich (Eck, Rand, Mitte) und Reibungsbeiwerte. Pendant Deutschland: DIN EN 1991-1-4.

Siehe auch: Windlast

OVE E 8101

Errichtung von elektrischen Anlagen in AT — Grundlage der Kabel-Auslegung im Tool.

Detail

Die OVE E 8101 ist die österreichische Errichtungs-Norm für Niederspannungsanlagen. Im Kabel-Rechner werden die Strombelastbarkeits-Tabellen aus dieser Norm verwendet.

Siehe auch: Kabelquerschnitt

DIN VDE 0298-4

Deutsche Norm zu Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen, je nach Verlegeart.

Detail

Definiert für jede Verlegeart (A1, B2, C, E, D) und jeden Querschnitt die maximale Dauer-Strombelastbarkeit. Im Kabel-Rechner als Grundlage der Belastbarkeits-Spalte.

Siehe auch: Strombelastbarkeit

DIN VDE 0100-712

Sonderbestimmungen für Photovoltaik-Anlagen in Deutschland.

Detail

Errichtung von PV-Stromversorgungssystemen: Anforderungen an DC-Verkabelung, Schutzmaßnahmen, PV-Sicherungen, Trennvorrichtungen. Pendant Eurocode-Hauptnorm IEC 60364-7-712.

Siehe auch: Solarkabel

EN 50618 (Solarkabel-Norm)

Europäische Norm für PV-Solarkabel (Bezeichnung H1Z2Z2-K). Vorgängernorm: TÜV 2 PfG 1169.

Detail

Definiert Anforderungen an PV-Spezialkabel: 1500 V DC, doppelte Isolation, UV-fest, halogenfrei, Temperaturbereich -40 bis +120 °C, Lebensdauer 25 Jahre bei 90 °C. Alle PV-Strang-Verkabelung sollte diese Norm erfüllen.

Siehe auch: Solarkabel

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